kritische Betrachtung der Ezigarette
Die e-Zigarette erfreut sich hierzulande einer nach wie vor großen Beliebtheit. Allerdings nimmt die Zahl der Kritiker zu. Drogenbeauftragte der Bundesregierung befürchten sogar, dass die elektrische Version des Glimmstängels zu einer Einstiegsdroge für Jugendliche werden könnte. Deshalb wird in diesem Zusammenhang ein bundesweites Verbot gefordert. Erst vor wenigen Wochen war die Bundesregierung zu der Ansicht gelangt, dass die nikotinhaltigen Liquids ein Arzneimittel und demnach zulassungspflichtig sind. Angesichts der undurchsichtigen Rechtslage, fällt die Einschätzung zur E-Zigarette in den deutschen Bundesländern unterschiedlich aus. So ist die Verwendung dieses elektronischen Utensils in Bayern und Nordrhein-Westfalen sogar verboten.
Nach Angaben unterschiedlicher Hersteller, zählt die Branche etwa 1,2 bis 2 Millionen Kunden. Viele werden hierbei auf den Seiten der Online-Händler nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt. Teilweise wird sogar suggeriert, dass e-Zigaretten ein gesundes Rauchen ermöglichen und sogar helfen können, der Sucht zu entkommen. Befürworter der e-Zigarette argumentieren damit, dass es keinerlei Studie zur e-Zigarette gäbe, die deren Schädlichkeit belegen würde. Da e-Zigaretten noch nicht allzu lange auf dem Markt sind ist lediglich richtig, dass noch keine Langzeitstudien veröffentlich wurden.
Gar nicht oder nur am Rande wird dabei erwähnt, dass das enthaltene Nikotin als starkes Nervengift sogar tödlich sein kann. Dabei reicht die Inhalation von rund 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht dieser Substanz aus, um den Tod eines Menschen herbeiführen zu können. Das Nikotin erreicht das Gehirn bereits binnen sieben Sekunden – und damit schneller als der Wirkstoff einer intravenösen Injektion. Jede Zigarette führt zu einer Verkürzung des Lebensalters um etwa 15 Minuten. Rauchen fordert jährlich derart viele Menschenleben, wie keine andere Krankheit. Diverse Studienergebnisse gehen davon aus, dass Nikotin für Herz- und Hirninfarkten führen und gar das Erbgut schädigen kann.
Die Wirkung des Nikotins einer e-Zigarette unterscheidet sich nicht im Geringsten, von derer einer traditionellen Zigarette. Ferner wird durch dieselben Rituale wie beim herkömmlichen Rauchen eine nicht von der Hand zu weisende psychische Abhängigkeit entwickelt. Die Tabakindustrie sieht die E-Zigarette nicht als Konkurrent, sondern vielmehr als langfristiges Mittel zur Neukundenakquise. Richtig ist, dass auch nikotinfreie Liquids erhältlich sind. Wie allerdings aus der Studie “Smokeless tobacco use is a significant predictor of smoking when appropriately modeled” des Wissenschaftlers Scott L. Tomar hervorgeht, gilt der Zusammenhang zwischen dem Konsum rauchloser Tabakprodukte und einer Umgewöhnung auf reine Tabakprodukte als belegt. Erst vor wenigen Wochen, hätte sogar eine detonierte Zigarette einen 57 Jahre alten US-Bürger fast das Leben geskostet.
Nach Angaben eines Herstellers, wurden bislang weit über 12.000 elektrische Zigaretten verkauft. Dabei wird weiter von überdurchschnittlichen Verkaufszahlen ausgegangen. Gemäß einer Studie soll zudem jeder zweite Raucher über einen Wechsel zu dem Lifestyle-Produkt nachgedacht haben. Eine Studie der Harvard Medical School belegt, dass die Suchhäufigkeit des Begriffs “electronic cigarette” innerhalb der letzten 2 Jahre um 5.000% gestiegen sei.
Einige Vertreter des e-Zigarettenhandels vermuten, dass mit der Einstufung als Arzneiprodukt lediglich ein Verbot vorbereitet und verschleiert wird. Allerdings bleibt es äußerst fragwürdig, ob die e-Zigarette jemals die Zulassung als Arzneimittel erhalten würde. Wird die e-Zigarette letztlich als Arzneimittel eingestuft, drohen bei Verstößen gemäß dem Medizinproduktegesetz Bußgelder zwischen 500 und 10.000 EUR. Unlängst hat auch der deutsche E-Zigarettenhandel (VdeH) eine Untersuchung in Auftrag gegeben, um zumindest die mangelnden gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Dampfes für Nichtraucher belegen zu können. Der Staat selbst kann, angesichts möglicher Steuerausfälle in Höhe von etwa 13,5 Milliarden EUR, von dem neuen Trend ohnehin nicht wirklich begeistert sein.
Quellen:
http://www.asentanews.de/e-zigarette-wissenschaftliche-fakten-564/
http://www.infantologie.de/raucher/statistik.php
http://www.medipresse.de/erste-staedte-verbieten-e-zigarette-030.html
http://www.e-zigi.de/blog/studien/e-zigaretten-markt/
http://www.derwesten.de/region/westfalen/e-zigarette-droht-als-hightech-droge-die-apothekenpflicht-id6167373.html
http://www.verbraucher-papst.de/aktuell/e-zigaretten-verbot-auch-thueringen-stoppt-handel-und-verkauf/
http://www.wiwo.de/technologie/forschung/e-zigaretten-wie-schaedlich-sind-elektronische-zigaretten/6068010.html
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/31059071
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